Meine Erfahrungen über Brasilien! Ist Brasilien ein Abenteuer?

Eingetragen in 2010/11/06 am Allgemein von admin

Meine Erfahrungen über Brasilien! Ist Brasilien ein Abenteuer?

Ich hatte schon immer großes Interesse an Sprachen.
nach dem Abschluss des Staatsexamens unterrichtete ich Französisch und Latein in Bayern an Gymnasien.
Und ich liebe das Reisen…

Ich war schon ein jahr lang in Brasilien.

Brasilien ist ein großes Land, fast so groß wie Europa. Als ich das erste Mal in Brasilien war, hatte das Land 130 Millionen Einwohner. Jetzt sind es mittlerweile 200 Millionen, 20% davon sind Analphabeten.

Ob diese Zahlen richtig sind, weiß ich nicht. ich glaube eher, dass diese Zahlen untertrieben sind.

Es gibt sehr viele Personen, die nur ihren Namen schreiben können, mehr nicht.

Brasililien ist ein land der Gegensätze. Auf der einen Seite gibt es eine kleine Schicht von leuten, die alles haben, die Mitelschicht ist eher klein. Dem stehen die Leute gegenüber, die nichts, aber auch wirklich nichts haben. Es gibt Brasilianer, die überhaupt nicht erfasst sind, die “nao registrados”, die nicht Registrierten. Diese tauchen in keiner Weise in einer Liste auf, sie existieren überhaupt nicht.

Wie leben diese Menschen?

Sie bauen sich eine Hütte aus Pappendeckel und leben darin. Ihren Lebensunterhalt finanzieren sie durch Betteln und Überfälle.
“A violencia”, die Gewalt ist sehr groß. Ich selbst hatte auch schon ein negatives Erlebnis:
Einaml wollte ich zu Fuß auf den Corcovado aufsteigen, der Corcovado ist dieser “morro”, dieser Hügel in Rio de Janeiro, auf dem die Christusstatue steht. Mit meiner Begleitung machte ich mich auf den Weg. Zuerst begleiteten uns noch leute, dann wurde es unheimlich. ich sagte zu meiner Begleiterin: “Laßt uns umkehren!” Wir wurden dann von 2 Halbstarken im Alter von etwa 16 Jahren überholt. Zwei schlossen uns vom Rücken her ein. Wir wurden beraubt. Sie nahmen uns Geld und Wertgegenstände ab. Auf meine Frage was sie täten, wenn ich die Gegenstände nicht hergäbe, antworteten sie, dass sie mich erschiessen würden.

Das war keine leere Drohung, dass hätten sie sicher getan.

Ich war dann noch auf der Polizei. Der Vorfall wurde kurz aufgenommen, dann war der Fall erledigt. Die Polizei hat selbst Angst die “favelas” zu betreten. Wenn sie das macht, dann mit mannschaftswagen, eventuell mit Hilfe des “ejercito”, der armee und mit Helikoptern.

Man kann sagen, dass die “Favelas” eine gesetzesfreie Zone sind. Es gibt in Rio Viertel, in die manche Busfahrer gar nicht mehr fahren wollen, weil sie schon so oft überfallen worden sind.

Der Großraum von Rio de Janeiro hat etwa 12 Millionen Einwohner, etwa 3 Millionen davon wohnen in den “favelas”. Die größte davon ist diefavela Rocinha. Das Problem der favelas ist ein sozialer Natur. In einer Zeitung las ich einmal, dass die Mehrzahl dieser jugendlichen Straftäter bis zum 30. Lebensjahr entweder erschossen wird oder ihr Leben im Gefängnis verbringen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch noch berichten, was ich in einer brasilianischen Zeitung gelesen habe: Es ist möglich von Brasilia nach Sao Paulo mit dem Bus zu fahren. Im Allgemeinen sind diese Überlandbusse sicher. man kann einen solchen Buss nur betreten, wenn man eine gültige Fahrkarte hat und sich ausweisen kann. Nun haben ganoven von der Ankunft dieses Busses gewußt und auf ihn gewartet. Es wurde dann der Seitenspiegel zerschossen und der Bus mußte anhalten. Die Insassen wurden ihrer Barschaften beraubt. dann entfernten sich die banditen. Ein Reisender hatte noch ein Handy bei sich. nach 2 Stunden kam dann die Polizei…

Ich will Ihnen keine Angst machen, aber das ist vielfach die bittere Wahrheit. man sollte auf jeden Fall vorsichtig, vorsichtig und nochmals vorsichtig sein. Das beste ist, wenn man Kreditkarten, Pässe und grössere geldbeträge in einer Tasche, die um den Gürtel verbunden ist, versteckt. Es ist noch besser, wenn man in der hosentasche eine 2. Geldbörse mit einer kleinen Geldsumme mit sich führt. Dann kann man bei einem Überfall die Geldbörse mit dem geringem Inhalt eben hergeben…
Der Verlust ist dann nicht so groß.

Was mich bei meinem ersten flug in brasilien auch sehr betroffen gemacht hat, war die Tatsache, dass die Brasilianer den “selva”, den Regenwald am Amazonas abgebrannt haben. Das ist ein ökosystem, das sich in Tausenden von jahren entwickelt hat, das nun auf einmal abgebrannt wird. das wird sich noch rächen…

Ich will ihen nun 2 Bücher empfehlen, die Ihnen das Reisen in diesem land erleichtern werden:

South American handbook

South America on a shoestring

beide Bücher sind auf Englisch geschrieben. Sie geben Auskunft über das Land, Verkehr, Übernachtungsmöglichkeiten und die Gefährlichkeit eines Ortes.

Wer Brasilien besucht, sollte zumindest elementare kenntnisse der portugiesischen Sprache haben.
Sehr zu empfehlen ist das Universal-Wörterbuch Portugiesisch, erschienen im langenscheidt Verlag.
Dieses Miniwörterbuch ist leicht mitzunehmen. Schwierigkeiten dürften in der portugiesischen Sprache die Nasallaute machen. Für einen Anfänger dürfte das Hörverständnis Schwierigkeiten machen.

Ihr
Wilfried Hofmann

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2 Antworten to 'Meine Erfahrungen über Brasilien! Ist Brasilien ein Abenteuer?'

Die letzten Kommentare zu den Posts via RSS or Folgelink to 'Meine Erfahrungen über Brasilien! Ist Brasilien ein Abenteuer?'.

  1. Stefan sagte,

    am 2010/11/06 um 12:21

    Hallo, Dein Schilderung von Brasilien ist leider das üblichen Klische. Bitte immer daran denken wie groß dieses Land ist, wie schön seine Küsten und wie freundlich seine Meschen im allgemeinen sind. Meine Frau ist aus RIO und kennt sich gut aus – es gibt neben der Gewalt auch die andere Seite. Mal ein Beispiel – RIO ist sauberer als mach eine Stadt in D-Land. Ich lebe in Offenbach und das ist ein echtes “Dreckloch”. Wenn man sich in Brasilien richtig verhält, dann ist es nicht gefährlicher als Hambur oder Berlin. Viel Spaß bei der nächsten Reise dort hin! Gruß Stefan

  2. admin sagte,

    am 2010/11/06 um 13:02

    Hallo,
    vielen Dank für Ihren Kommentar.
    Sicherlich ist nicht alles schlecht in Brasilien, sonst wäre ich ja auch nicht ein Jahr dort geblieben.
    Man darf eben nur nicht leichtsinnig sein…

    Gruss
    W. Hofmann

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